< Alkoholfreies Bier – der Durstlöscher nicht nur für Sportler

Studie: Bei der Kinderbetreuung wünschen sich berufstätige Eltern mehr Unterstützung von Staat und Arbeitgebern





06.06.2019

Elternzeit ist in Deutschland immer noch mehrheitlich Frauensache: Acht von zehn berufstätigen Müttern entscheiden sich dafür, bei den Vätern sind es vier von zehn. Die Vorstellungen von familienfreundlichen Arbeits-bedingungen sind dagegen weitgehend identisch. Zuschüsse zu den Betreuungskosten, flexible Arbeitszeiten und Mittagessenangebote an Schulen stehen ganz oben auf der Wunschliste der Eltern.


Grundsätzlich steht jedem berufstätigen Elternteil eine bis zu drei Jahre lange Elternzeit für jedes Kind zu. Dennoch fürchten viele berufliche Nachteile, wenn sie die Familienauszeit in Anspruch nehmen. Nur vier von zehn Arbeitnehmern halten die Elternzeit für beide Geschlechter für vollkommen unproblematisch. Ein Viertel betrachtet sie als hinderlich für die Karriere, jeder Dritte empfindet die damit verbundene finanzielle Belastung als kaum tragbar. Frauen entscheiden sich zu 80 Prozent dennoch dafür. Ihre Auszeit dauert durchschnittlich 17,5 Monate und damit knapp doppelt so lang wie die der Väter, von denen mehr als die Hälfte (57 Prozent) gar nicht in Elternzeit geht. Das ergab eine repräsentative Bevölkerungs-Befragung der IKK classic mit 1000 Teilnehmern im Alter von 20 bis 50 Jahren.

Demnach wünschen sich Eltern deutlich mehr Unterstützung bei der Kinderbetreuung – sowohl von den Arbeitgebern als auch vom Staat. Für mehr als die Hälfte ist ein Mittagessenangebot an Schulen sehr wichtig, eine kostenlose Kinderbetreuung, Hausaufgabenhilfe und den Ausbau von Ganztagsangeboten finden vier von zehn Befragten hilfreich.

Auch bei der Gestaltung der beruflichen Rahmenbedingungen sehen
viele Verbesserungspotenzial. 50 Prozent wünschen sich einen
Arbeitgeber-Zuschuss zu den Betreuungskosten, 40 Prozent flexiblere
Arbeitszeiten. „Die Umfrage bestätigt auch unsere Erfahrungen
der vergangenen Jahre. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird
ein familienfreundliches Arbeitsumfeld immer wichtiger. An diesen
Erwartungen müssen sich auch die Unternehmen orientieren. Bei uns
gibt es beispielsweise keine unternehmensweite Kernzeit, sondern
flexible Gleitzeitmodelle und Teilzeitregelungen“, sagt Sabine
Schonlau, Gleichstellungsbeauftragte bei der IKK classic.
Nach den Ergebnissen der Studie erleben Eltern ihre berufliche
Umgebung momentan sehr unterschiedlich. So sind für ein Drittel der
Befragten Teilzeitregelungen bereits Realität, ebenso viele sehen hier
Handlungsbedarf. Ein Viertel hält die Rückkehr von einer Teil- in eine
Vollzeitstelle für problemlos machbar, ein Drittel ist in diesem Punkt
skeptisch. 25 Prozent bezeichnen ihre Firma als kinderfreundlich, für
30 Prozent trifft das eher nicht zu. Gut jeder zehnte Arbeitgeber stellt
bereits kurzfristige Betreuungsangebote für Kinder zur Verfügung,
rund 40 Prozent würden sich dies von dem eigenen Unternehmen
wünschen.

Hintergrundinformationen
Die Ergebnisse sind Teil einer repräsentativen Online-Befragung zum
Thema „Kinderwunsch und Kinderbetreuung“, die im Februar 2019 im
Auftrag der IKK classic durchgeführt wurde. 1000 Bundesbürger im
Alter von 20 bis 50 Jahren wurden durch das Marktforschungsinstitut
Toluno befragt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet.
Die kompletten Studienergebnisse finden Sie hier:
www.ikk-classic.de/studien


copyright: Unternehmerkarte 2014