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Präsentismus



19.05.2016

Kranke sind nicht voll arbeits- oder leistungsfähig. Sich ins Büro oder auf die Baustelle schleppen, obwohl man eigentlich krank ist und zu Hause bleiben sollte?


Vier von fünf Befragten erklären, in den vergangenen zwei Jahren mindestens einmal trotz Krankheit (Schnupfen inbegriffen) arbeiten gegangen zu sein. Das zeigt eine repräsentative Umfrage der IKK classic. 70 Prozent der Befragten haben dies im genannten Zeitraum sogar mehrfach getan – Frauen mit 75 Prozent etwas häufiger als Männer mit 66 Prozent.

Arbeitsmediziner und Psychologen nennen dieses Verhalten Präsentismus: Beschäftigte gehen arbeiten, obwohl sie eigentlich gar nicht arbeitsfähig sind. Dabei meinen es die meisten einfach gut. Sie wollen verhindern, dass Kollegen für sie einspringen müssen oder dass dringende Arbeiten liegen bleiben.

Die Gründe sind vielfältig
82 Prozent der Befragten nennen die Geringfügigkeit der Erkrankung als Grund für Präsentismus. Fast 70 Prozent gehen wegen der Arbeitsmenge und aus Solidarität mit den Kollegen gesundheitlich angeschlagen zur Arbeit. Einem Drittel der Umfrageteilnehmer (32 Prozent) wäre ein Arztbesuch zwecks Krankschreibung lästig gewesen und 14 Prozent haben Sorge vor beruflichen Nachteilen.

Laut einer Untersuchung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gehen insbesondere Beschäftigte krank zur Arbeit, die häufig unter Leistungs-, Termin- und Zeitdruck leiden. Stark betroffene Berufsgruppen sind der BAuA zufolge die Bau- und Landwirtschaft sowie Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufe, etwa die Altenpflege.

Vorgesetzter als Vorbild
Auch der Führungsstil kann Präsentismus beeinflussen: Wenn der Vorgesetzte krank ins Büro kommt, orientieren sich vermutlich auch die Mitarbeiter daran und schleppen sich ebenfalls erkrankt zur Arbeit, um nicht negativ aufzufallen oder weil sie denken, dass es von ihnen erwartet wird.

Und natürlich besteht die Gefahr, die Kollegen anzustecken – selbst dann, wenn man sich eigentlich schon wieder fitter fühlt. Führungskräfte sollten von ihren Mitarbeitern deshalb nicht verlangen, Erkrankungen zu ignorieren. Sie sollten ihre Mitarbeiter zwar zu guter Leistung ermutigen, jedoch auf eine Art, die nicht auf Kosten ihrer Gesundheit und ihres Wohlbefindens geht.

Folgen des Präsentismus
Die Gesundheitsexperten nennen nachlassende Leistungsfähigkeit und eine abnehmende Produktivität als mögliche Folgen. Kranke Beschäftigte leisten am Arbeitsplatz nicht nur weniger, sondern machen auch mehr Fehler und werden sogar häufiger Opfer eines Unfalls. Präsentismus kann sich auf die zukünftige Gesundheit auswirken: Wenn eine Erkrankung nicht rechtzeitig behandelt und verschleppt wird, kann sie chronisch werden. Es gibt aber auch Arbeitnehmer, bei denen sich Präsentismus positiv auswirken kann, zum Beispiel bei psychisch Erkrankten.

IKK classic unterstützt
Bei der Suche nach Lösungen bietet das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) der IKK classic individuelle Hilfe. Die Krankenkasse bietet insbesondere kleineren und mittleren Betrieben Unterstützung beim Aufbau und bei der Entwicklung von BGM an. Die Gesundheitsmanager der IKK classic begleiten die Betriebe dabei während des gesamten Prozesses. Arbeitgeber und Versicherte, die sich auf diesem Gebiet engagieren, erhalten von der IKK classic zusätzlich einen finanziellen Bonus.

Mehr Infos unter www.ikk-classic.de/bgm 

Quelle: IKK Classic


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