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Gesunde Rückkehr



11.04.2016

Jeder krankheitsbedingte Ausfall wirkt sich vor allem auf kleinere und mittlere Betriebe unmittelbar aus. Mithilfe eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) wird Mitarbeitern nach einer längeren Krankheit die Rückkehr in ihren Job erleichtert.


Seit 2004 ist jeder Arbeitgeber verpflichtet, ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen. Allerdings wird der Rahmen im Gesetz lediglich grob umrissen – viele Fragen bleiben offen. Die beiden Experten Daniela Kofferath, Leiterin Referat Geldleistungen der IKK classic und Klaus Leuchter vom Verein zur Förderung der Betrieblichen Eingliederung im Handwerk beantworten die wichtigsten Fragen.

Wann muss ein Arbeitgeber ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchführen?
Daniela Kofferath: 
Wenn ein Mitarbeiter innerhalb von zwölf Monaten mehr als 42 Tage krank ist. Es spielt keine Rolle, ob in diesem Zeitraum eine Erkrankung Ursache für die Arbeitsunfähigkeit war oder mehrere Krankheiten in Folge auftauchten. Die gesetzliche Verpflichtung zu einem BEM gilt für alle Beschäftigten – also auch für Teilzeitkräfte. Der Impuls zum Eingliederungsmanagement muss vom Betriebsinhaber ausgehen. 

Auf was sollten Handwerksbetriebe achten, wenn sie zum ersten Mal ein betriebliches Eingliederungsmanagement durchführen?
Klaus Leuchter
: Oftmals löst der Begriff BEM Unsicherheit aus – vor allem, wenn Mitarbeiter den Prozess nicht kennen. Ich kenne Fälle, in denen der Betroffene im ersten Moment dachte, der Chef bereite seine Kündigung vor, weil er ihn offen auf seine Krankheit ansprach. Deshalb ist es ratsam, das Thema in den Betrieb zu bringen, bevor es einen konkreten Anlass gibt. Und auch, wenn bereits ein BEM durchgeführt wurde, sind regelmäßige Informationen wichtig. Geschäftsführer können beispielsweise einen Aushang am Schwarzen Brett machen oder der Lohnabrechnung ein allgemeines Schreiben beilegen.

Welche Vorteile hat ein BEM für den Betrieb?
Daniela Kofferath:
 Im besten Fall verringert ein erfolgreich durchgeführtes BEM die Fehlzeiten des Betroffenen. Vielleicht identifizieren Unternehmer im Laufe des Verfahrens außerdem generell krank machende Faktoren, die sich ansonsten auf weitere Mitarbeiter ausgewirkt hätten. Wer ältere Mitarbeiter beschäftigt, erkennt mögliche Rehabilitationsmaßnahmen frühzeitig und kann entsprechende Maßnahmen einleiten. Ein verantwortungsvoller Chef, der auf eine gesundheitliche Nachhaltigkeit achtet, ist letztlich für das Image des Unternehmens entscheidend. Ein BEM kann somit auf den gesamten Betrieb positive Effekte haben.

Sind es Ihrer Erfahrung nach immer große Maßnahmen, die erforderlich sind, damit eine passende Lösung für den kranken Mitarbeiter gefunden werden kann?
Klaus Leuchter:
 Nein, manchmal sind es wirklich nur Kleinigkeiten. Ein Beispiel aus meinem Beratungsalltag verdeutlicht das: Ein Fleischer, der mehrmals täglich den Kühlraum betrat, war häufig erkältet. Er fehlte nicht sechs Wochen am Stück, aber mit Abständen hintereinander mehrmals eine gesamte Woche. 
Der Chef leitete dennoch ein BEM ein – was ich auch bei solchen krankheitsbedingten Fehlzeiten, die nicht am Stück erfolgen, für sehr sinnvoll halte. Im Gespräch stellte sich heraus, dass der betroffene Mitarbeiter nicht die empfohlene Spezialunterwäsche trug. Eine Änderung mit großem Effekt.

Weitere Tipps zum betrieblichen Eingliederungsmanagement in Ihrem Betrieb finden Sie im IKK-Firmenkundenmagazin profil:

profil.ikk-classic.de/betriebliches_eingliederungsmanagement

Webinar mit Klaus Leuchter 

In den kostenfreien Onlineseminaren der IKK classic – sogenannte Webinare – geben Experten ihr Know-how an Sie weiter. Klaus Leuchter vom Verein zur Förderung der Betrieblichen Eingliederung im Handwerk hält am 01. Juni ein Webinar zum Thema "betriebliches Eingliederungsmanagement".

Anmelden können Sie sich ganz einfach online unter: www.ikk-classic.de/webinare

Quelle: IKK Classic
Bild: Pixabay


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